Seit über 25 Jahren begeistert das Erasmus+-Projekt der Handwerkskammer Region Stuttgart junge Gesellinnen und Gesellen – und bringt sie für mehrere Wochen in die Toskana. Auch dieses Jahr war eine Gruppe von 14 Teilnehmenden mit dabei, darunter Julian Pilz, Zimmerer aus Bad Überkingen, der drei Monate lang in der italienischen Stadt Volterra lebte und arbeitete.
In der historischen Etruskerstadt half Julian gemeinsam mit der Tischlerin Sarah Gohl bei der Restaurierung der Fenster und Eingangstür der örtlichen Polizeistation. Für den jungen Handwerker war es ein besonderes Erlebnis:
„Das war das Beste, was mir dieses Jahr passiert ist“, berichtet Julian begeistert.
Er konnte nicht nur neue handwerkliche Erfahrungen sammeln – wie etwa das erste Mal zu lackieren – sondern auch in die italienische Kultur eintauchen.
Die Teilnehmenden arbeiteten unter anderem in Museen, Werkstätten, auf öffentlichen Plätzen oder im Friseursalon – überall dort, wo handwerkliches Können gefragt ist. Christoph Reiser, Steinmetz aus Bad Teinach-Zavelstein, fertigte sogar einen passgenauen Schachtdeckel für die Piazza dei Priori an. Friseurin Janine Mittelmann verpasste Volterras Bürgermeister ein Touch-up und Malerin Alina Schamberger half bei der Freilegung historischer Deckenmalereien im Etruskermuseum.
Was alle verbindet: Sie haben nicht nur Spuren ihrer Arbeit in der Stadt hinterlassen – Volterra hat auch bleibende Eindrücke bei ihnen hinterlassen. Dieses Projekt ist ein starkes Zeichen für Zusammenhalt, Austausch und gelebte Freundschaft.
Seit 1999 haben über 440 junge Handwerkerinnen und Handwerker an dem Austauschprojekt teilgenommen. Ihre Einsatzorte wurden in Volterra auf einer Stadtkarte markiert – zusammen mit einer Jubiläumsausstellung zum 25-jährigen Bestehen des Projekts.
Auch für Julian Pilz steht fest: Dieses Erlebnis bleibt unvergessen – und wirkt weit über das Handwerk hinaus.


